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Rollenspiel

Ich betreibe als Hobby Rollenspiel, und zwar sogenanntes Paper and Pen Rollenspiel. Die meisten Leute fragen sich zunächst einmal, was das eigentlich ist, andere haben nur sehr seltsame Berichte darüber gehört. Ich möchte hier meine Sicht dieses Hobbies beschreiben und Interessierten einen ersten Eindruck geben.

Jeder von uns hat als Kind einmal Räuber und Gendarme oder Cowboy und Indianer gespielt. Rollenspiel ist eigentlich nur eine Weiterentwicklung dieser Spiele. Der erste grosse Unterschied ist, dass man sich nicht irgendwo draussen trifft, sondern sich gemeinsam gemütlich ins Wohnzimmer setzt. Das Spiel findet dann rein durch verbale Beschreibungen und Erzählungen statt, sprich in der Fantasie des einzelnen Spielers.

Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines imaginären Charakters, den er sich selbst überlegt hat. Das ist vergleichbar mit einer selbst entworfenen Romanfigur oder einem Character in einem Film, den man selbst entwerfen kann. Dabei sind die Grenzen wirklich die Fantasie des Spielers. Er kann alles festlegen, was er möchte, so wie Alter, Aussehen, Grösse und so weiter. Auch die Vergangenheit des Charakters ist dem Spieler überlassen, sprich wie er oder sie aufgewachsen ist, was er für ein Verhältnis zu seinen Eltern hat, welche Freunde und welche Feinde und so weiter und so fort. Klar ist, dass eine grössere Fülle an Details den Charakter plastischer und greifbarer macht, sowohl für einen selbst als auch später für die Mitspieler.

Jetzt gibt es also mehrere Charaktere, die sich die (2-5) Spieler ausgedacht haben. Bleibt die Frage, wie diese Charaktere eigentlich zusammen kommen, und wie das eigentliche Spiel dann vonstatten geht. Das ist der Punkt, an dem der Spielleiter wichtig wird. Der Spielleiter ist sozusagen der Autor der Geschichte, er muss sich alles ausdenken, was die Fantasiewelt ausmacht, von dem Wetter bis zum schlechten Kaffee (oder ähnlichem). Zwar wird die direkte Umgebung von den Charakteren am Anfang von den Spielern festgelegt, aber die Spieler haben entweder nicht alles festgelegt, oder ihr Charakter weis einfach nicht alles. Das heisst, dass auch die Eltern, Freunde, Vorgesetzte und Mitarbeiter und so weiter, von dem Spielleiter gesteuert werden.

Der Spielleiter muss dann auch dafür sorgen, dass die Charaktere miteinander zu tuen bekommen. Zum Beispiel arbeiten sie alle für das selbe Unternehmen, oder treffen sich auf der Feier eines gemeinsamen Freundes, die Möglichkeiten sind endlos. Dabei oder danach sorgt der Spielleiter auch dafür, dass es nicht langweilig wird, sprich, die Geschichte beginnt ihren lauf zu nehmen. Es passiert irgend etwas, was eine Reaktion von Seiten der Charaktere erfordert. Aus diesen Reaktionen heraus entwickelt sich schliesslich dir Geschichte, bei der es eigentlich kein wirkliches Ende gibt. Es geht also nicht um Gewinnen oder Verlieren, das Spiel selbst und die Entwicklung des Characters in der jeweiligen Situation ist das Ziel des Spiels.

Da das ganze Spiel rein in der Vorstellungskraft der Spieler und des Spielleiters stattfindet, sind der fantastischen Welt keine Grenzen gesetzt. Im sogenannten Fantasy Roleplaying ist die Welt normalerweise fantastisch - mittelalterlich, so wie zum Beispiel in J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe", im Science Fiction Roleplaying findet man Szenarien die dem von Bladerunner oder Minority Report gleichen. Im generellen ist jedoch alles was man sich vorstellen kann möglich.

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